Samstag, 18. April 2026

Sándor Márai: Die Glut

„Was kann man die Menschen mit Worten fragen? Und was ist die Antwort wert, die sie nicht mit der Wirklichkeit ihres Lebens, sondern mit Wörtern geben?“

Dieser fabelhafte Roman des Ungarn Márai von 1942 liefert die treffende Erkenntnis, dass, wer mit Worten fragt, fast nie das erreicht, was er will. Zumindest, wenn er eine Ant-wort - also Worte - erwartet. 

Wir befinden uns im Jahr 1941: In einem Jagdschloss in den Karpaten vegetiert ein gealterter, einsamer General vor sich hin. Er erwartet die lange ersehnte Ankunft seines Jugendfreundes Konrád. Dieser war vor plötzlich Jahrzehnten abgetaucht. Im Kerzenschein hebt der General zu einem langen Monolog an, der Konrád mit dringenden Fragen konfrontieren soll, die der General ein Leben lang mit sich herum getragen hat. Aber die Fragen gehen unter. Das Gegenüber bleibt seltsam stumm. 

Irgendwo habe ich gelesen: Die Leute hören dir nicht zu sie warte nur auf ihren eigenen Einsatz, auf ein Stichwort eine Pause, um selbst zu Wort zu kommen. Denn jeder lebt in seiner eigenen Welt.

Viele tiefe Gedanken kommen hier in leichtfüßiger Sprache daher. Einer davon: Erst die  Sehnsucht gibt dem Leben Sinn.

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