Montag, 30. März 2026

M. L. Rio: Graveyard Shift

 Meine Meinung: Kurze Geschichten sind immer besser als lange. Und ich bleibe dabei, auch wenn ich zugebe, dass ich mir angesichts dieser 100-Seiten-Erzählung manchmal gewünscht hätte, es ginge noch weiter oder würde sich entwickeln

Aber in dieser Erzählung - und nicht nur da - ist es gerade das Reduzierte, das für Horror sorgt. Sie folgt auf einem College-Campus fünf Menschen die alle nachts arbeiten oder unter Schlaflosigkeit leiden: die Chefredakteurin der Unizeitung, ein Barkeeper, eine Rezeptionistim, ein Fahrdienstfahrer und ein Wohnungsloser. Sie treffen sich regelmäßig nachts zum Rauchen auf einem verlassenen  Friedhof. 

Eines nachts entdecken sie zu ihrem Entsetzen ein frisch ausgehobenes Grab - und wenig später einen Mann, der hier toten Laborratten entsorgt. Die Tiere sind von einem seltsamen Pilz befallen und bald wird klar, dass hier Experimente mit Schlafmitteln außer Kontrolle geraten sind.

Eine große Auflösung? Fehlanzeige. Die Angst - und das hat Angst nun einmal an sich - ist unbestimmt und wuchert dadurch, dass Dinge nicht angesprochen werden. Man bleibt mit dem Eindruck zurück, dass die Geschichte nicht endet, sondern gerade erst beginnt. Die Schlaflosigkeit geht endlos weiter, nichts löst sich auf, nichts kommt zur Ruhe. Das mag ich.

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