Weil ich gerade am Buch "Paris für Buchverliebte" arbeite, habe ich diesen Klassiker, teils auf Französisch, teils auf Deutsch einmal komplett durchgelesen. Und ich muss sagen: Es lohnt sich wirklich. Victor Hugo hat da im 19. Jahrhundert einen historischen Roman geschaffen, der im ausgehenden Mittelalter spielt.
Der Handlungsstrang um den missgestalten Glöckner Quasimodo, der sich für die bildschöne Tänzerin Esmeralda aufopfert, ist hinlänglich bekannt. Aber dieses Werk versammelt viele Handlungen, die alle auf die Pariser Hauptkirche wie ein Sog zulaufen. Der mörderisch-verbitterte Priester Claude Frollo, sein verschwenderischer Bruder Jean, der dumm-eitle, aber geliebte Hauptmann Phöbus, die zornige Klausnerin, der Bettlerkönig und viele mehr machen dieses Paris-Panoptikum zu einem Wimmelbild der Figuren.
Wunderbar farbenprächtig beschreibt Hugo das Treiben in der Bettlerstadt. Der Sturm auf Notre Dame strotzt vor Action. Und wie meisterhaft sich der pechschwarze Humor durch dieses Werk zieht: Da urteilt ein Richter, der taub ist (hat ihm bisher nicht in seiner Amtsausübung geschadet) über den ebenfalls tauben Quasimodo: eine Farce. Im Prozess gegen Esmeralda hingegen beschwert sich ein Richter beim anderen, dass sich die Folter so lange hinzieht, wo er doch noch nicht zu Abend gegessen hat. Fantastisch. Aber leider - soviel sei gespoilert - ohne Happy End.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen