Freitag, 19. Januar 2018

Rudolf Baumbach: Es war einmal

Was gibt es Geheimnisvolleres, als auf einem Dachboden ein verstaubtes Märchenbuch zu finden. Mit nie gehörten unwahrscheinlichen Geschichten in eine herrliche Zauberwelt abzutauchen und wie in einem Rausch darin zu versinken - herrlich!

Na gut, ich gebe zu, dieses Buch lag nicht in einer knarzigen Truhe hinter Spinnweben auf dem Dachboden, sondern wurde von mir ganz prosaisch im Internet ersteigert. Es war auch nicht verstaubt und abgegriffen, sondern präsentierte sich als wunderschönes rotes Prachtbändchen mit Goldschnitt.

Was der alte Rudolf Baumbach - ein Biedermeier-Vielschreiber des 19. Jahrhunderts, dem wir auch das schöne Studentenlied von der Lindenwirtin zu verdanken haben - hier geschaffen hat, lässt das Märchenherz höher schlagen. Seine Kunstmärchen sind zwar ausgefeilter und abwechslungsreicher als reine Volksmärchen, aber auch nicht übertrieben verkünstelt.

Zum Zauber trägt bei, dass Baumbach - der um Effekte wusste - in seine Traumwelten alles hineingepackt, was zur wohligen Märchenatmosphäre gehört. Er erzählt von Wiesengrund und Freischütz, gezinkten Würfeln und sagenhaften Goldschätzen, saligen Fräulein und Hexen, Magiern und Unholden, Missgunst, Verrat, Bluttaten und den verdienten Lohn der einfachen Leute.

Im ersten Märchen Der Krystall und die Hexe geht um ein rechtschaffenes Mädchen, das einen Kristall erhält, mit dem sie die geheimen Herzenswünsche aller lesen kann, die ihr über den Weg laufen. In Münchhausen und die drei Wilddiebe begegnet dem Leser die aus dem orientalischen Kontext bekannte großartige Lügengeschichte, in der der Erzähler als Krönung den Vater des Gegenübers auftreten lässt. Wunderbar ist die die Geschichte vom Mann, der die Siebenmeilenstiefel bekommt, deren Benutzung aber immer wieder aufschiebt, bis er schließlich seine letzte Reise damit antritt. Der verschüttete Keller ist ein hochpoetisches Trinkermärchen, Nicotiana ein recht skurriles Rauchermärchen.

Das ganze Buch: eine verzauberte, sprachschöne Märchen-Auszeit.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Immer wieder sind in sozialen Netzwerken Posts zu lesen à la: Wir Kinder der guten alten Zeit, haben uns die Knie aufgeschürft, sind Fahrrad ohne Helm gefahren, haben was weiß ich getan, ohne behütet zu werden - und es hat uns nicht geschadet.

Blablabla. Wie diese "gute alte Zeit" ausgesehen haben könnte, ist in diesem Buch zu lesen:

"Wir lebten in einer Welt, in der Kinder und Erwachsene sich häufig verletzten. Die Wunden bluteten, vereiterten und manchmal starb jemand daran." Ein Mädchen verletzt sich an einem Nagel und stirbt an Tetanus,  ein Junge will Trümmer wegräumen und wird zerquetscht, "das Blut lief ihm aus Mund und Ohren", ein Viertklässler findet eine Bombe, fasst sie an und stirbt, ein Arbeiter fällt von einem Hochhaus und stirbt, Kinder sterben an Krupp und Tuberkulose, Jugendliche werfen mit Steinen und Feuerwerkskörpern aufeinander.

Im ersten Teil ihres vierbändigen Romanzyklus lässt Ferrante die 66-jährige Schriftstellerin Elena Greco von ihrer Kindheit und Jugend im neapolitanischen Arbeiterviertel Rione erzählen. Nichts ist hier romantisch, hier wird gekämpft, beneidet, belästigt, vergewaltigt, Rache genommen, ausgebeutet, unterdrückt und getötet.

Elena, die Tochter eines Pförtners, und ihre beste Freundin Lila, die Tochter des Schusters, wollen hier raus. Das verbindet sie. Ansonsten sind sie sehr, sehr unterschiedlich. Elena lernt von früh bis spät, besucht das Gymnasium, sehnt sich nach einer anderen Welt als dem schmutzigen Rione.Lila, eigentlich die Begabtere, Aufgewecktere, Listigere - und wohl auch Attraktivere - würde auch gerne die höhere Schule besuchen. Doch als sie das ihrem Vater beibringen will, wirft sie dieser aus dem Fenster.  Sie begräbt ihre Träume, will nur noch reich werden - und zwar mithilfe einer reichen Hochzeit. Doch ihr selbst schwant, das das nicht gut gehen wird.


Elena ist seltsam abhängig von Lila, Sie definiert ihr eigenes Sein über die Freundin. Sie lässt ihre Puppe das gleiche sagen, was zuvor die Puppe der Freundin gesagt hat. Ist Lila in der Grundschule Klassenbeste, so setzt Elena alles daran, ebenfalls schulische Erfolge zu erzielen. Hat Lila einen Verlobten, so erlaubt auch Elena einem Jungen, sie anzufassen.

Glücklich ist keine der beiden. Das weiß der Leser, der Elenas Gefühle bis ins kleinste mitgeteilt bekommt, Lilas Gefühle aber durch den seltsamen Filter dessen, was ihre "geniale Freundin" über sie denkt, ahnen muss.


Aufgrund seiner psychologischen Dichte ist der Roman, der tief schürft und in die Tragödien ganzer Sippen hinabtaucht, nicht leicht zu lesen. Das muss man mögen, kann man aber aber auch.

Montag, 27. November 2017

Manfred Flügge: Die vier Leben der Marta Feuchtwanger


Diese Biografie widmet sich Marta Feuchtwanger. Im Klappentext heißt es, sie sei "Muse, Grand Dame, Ikone des deutschen Exils" und eine der "großen Dichterfrauen des 20. Jahrhunderts" gewesen. Ohne Zweifel, diese Frau hat viel mitgemacht: Zwei Weltkriege, Internierung, Flucht, Exil, ihr einziges Kind starb kurz nach der Geburt, dazu musste sie einen unmöglichen Ehemann ertragen. Im Verlauf dieses Buches wird aber klar: Marta war vor allem anderen die Ehegattin an der Seite des Schriftstellers Lion Feuchtwanger („Erfolg“, „Jud Süß“, „Die Jüdin von Toledo“).

Im Buch heißt es: "Fast fünfzig Jahre hatte sie Lion bemuttert (...) Sie war von ihm abhängig gewesen, sein Erfolg, seine Geltung, seine internationalen Verbindungen hatten auch ihr Dasein bestimmt (...)." Alles, was von Marta geblieben ist, hat Bezug zu Lion Feuchtwanger. Natürlich hatte sie ihr Reich, das Haus und den Garten (nach dem Umzug aus München zuerst in Berlin, dann in Sanary sur Mer, dann in Pacific Palisades), sie hatte ihre Hobbies wie den Skisport und die Gymnastik, war emanzipiert, aber nicht unabhängig. Sie besaß keinen Beruf und keine eigenständige Existenz - das ist ihr weiß Gott nicht vorzuwerfen. Eine Lebensbeschreibung Marta Feuchtwangers ist aber deshalb weniger interessant aus dem Standpunkt, was sie geschaffen hat, sondern danach, was sie miterleben musste.

"Das Schicksal dieser Frau, die unter so vielen Autoren lebte, aber selbst nicht schrieb, war es, alle Erfahrungen zu berühren, die ihr Jahrhundert bereithielt, die schlimmsten wie die besten", schreibt Flügge. Letzte Station des Feuchtwanger-Exils war, als die Nazis Europa völlig überrannt hatten, eine mondäne Villa in Pacific Palisades an der Küste Kaliforniens. Cellist Mstislav Rostropowitch war zu Gast und gab ein Privatkonzert, viele weitere Größen aus Kunst und Kultur gingen bei Feuchtwangers und ein. "Bei den Leseabend trat Marta als hilfreiche und diskrete Gastgeberin in Erscheinung." So viel zu ihrer Bedeutung: Diskret und wichtig, aber im Hintergrund.

Der Leser erfährt in jedem Fall eine Menge über die literarische Bedeutung Lion Feuchtwangers, der als  jüdische Existenzen in seinem von Aktualität geprägten Werk - besonders im Moment der Katastrophe - literarisch verewigt hat. Privat, so wird deutlich, war er ein Erotomane, der ständig mehrere Affären gleichzeitig hatte, seine Sexpartnerin teilweise täglich wechselte, dazu regelmäßig  ins Bordell ging, was er wiederum minutiös in seinem Tagebuch aufzeichnete. Ein zwanghafter Charakter, so scheint es. Marta, das legt zumindest diese Biografie nahe, ist darüber hinweg gegangen.

Sie war - das zeigen Fotos - eine rätselhafte Schönheit, auch wenn sie selbst das bewusst herunterspielte. "Sie fand, sie habe einen Eidechsenkopf und ihr Mund sei zu groß. (...) Ihr Kopf war rundlich, fast oval und wurde durch das meist nach hinten gelegte Haar noch betont."

Schließlich bleibt noch etwas zum Stil dieser Biografie anzumerken. Er ist eigenwillig, fast drollig. Er erinnert manchmal ungewollt an den genialen Kinderbuchautor Janosch, etwa hier:

"In Pompeji wollte sie nicht die obszön bemalten Wände antiker Bordelle sehen. Mit Lion allein hätte sie es getan, aber nicht mit einem fremden Führer. Lion kannte das alles schon aus Büchern. Er kannte auch, aus eigener Anschauen, die modernen Hetären und deren Welt. In Amalfi nahm Marta das erste Meerbad ihres Lebens. Die nächsten sechzig Jahre wurde dies eines ihrer Hauptvergnügen. Als sie nach Lions weggewehter Brille tauchte, wäre sie beinahe ertrunken."

Der Autor ergreift mitunter Partei, mischt sich manchmal mehr ein, als es bei Lesen angenehm ist. "Er war halt doch ein altes Rabenaas", urteilt er über Lion Feuchtwanger. Von Feuchtwangers Weggefährten Bertolt Brecht, an dessen Charakter Flügge kein gutes Haar lässt, ganz zu schweigen.

Samstag, 18. November 2017

Walter Moers: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr

"Dazu waren die Geschichten auch zu läppisch (...) wir griffen beide zu Routinetricks, erzählten alte Geschichten in neuen Variationen, knüpften gegenseitig an Geschichten des anderen an, traten erzählerisch auf der Stelle (...)."

Das ist kein Zitat aus Moers' neuem Roman Prizessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr, sondern aus seinem bahnbrechenden Klassiker der deutschen Literatur Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär von 1999. Es beschreibt, was im legendären Lügenduell zu Atlantis passiert, wenn beide Kontrahenten gezwungen sind, weiterzuerzählen, auch wenn ihnen nicht mehr das geringste einfällt. So wie es leider in diesem neuen Zamonien-Roman der Fall ist.

Prinzessin Dylia leidet an Schlaflosigkeit. Aber eigentlich ist es kein Leiden. Sie empfindet die Stunden, in denen sie vom Lärm des Tages verschont bleibt, wie "Urlaub von allem Unnötigen", denkt sich Pfauenwörter aus und erfindet unnütze Dinge in Regenbogenfarben. Da steht auf einmal ein Wesen vor ihr, das aussieht wie ein verschimmelter, blauer Blumenkohl. Havarius Opal heißt es und ist ein Nachtmahr. Mit dem Ziel, Dylia in den Wahnsinn zu treiben, nimmt Havarius die Prinzessin mit auf die Reise durch ihr eigenes Gehirn durch die Große Fissur,  schließlich in die Amygdala, wo die Angst zu Hause ist. Dylia erfährt dabei, dass das Träumen ein sechster Sinn ist und dass es sogar ein eigenes Traumiversum gibt.


Erwähnenswert sind die kunterbunten Illustrationen der jungen Lydia Rohde, deren Schicksal - sie leidet am chronischen Erschöpfungssyndrom - Moers zu diesem Buch inspiriert hat. Das ist aller Ehren wert. Aber so schablonenhaft und lustlos erzählt wie diese Hirn-Reise ist, eine solch eintönige Aneinanderreihung lascher Einfälle, Wiederholungen noch und nöcher, keinerlei dramatische Höhepunkte.... tja, soll man sagen: einschläfernd?


Natürlich geht Moers wieder unendlich liebevoll mit der deutschen Sprache um und erschafft wunderbare Begriffe wie das Niemalsweh - die Sehnsucht nach einem Ort, den man nie gelangen wird, weil er nicht oder nur in der Fantasie existiert. Leider sind aber diese Spielerein recht zusammenhanglos oder aufzählungsahft eingestreut. Sprachakrobatik alleine reicht eben nicht, wenn einem die Ideen ausgegangen sind, pardon, wenn einen das Orm verlassen hat.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Guillaume Musso: La fille de papier

Tja, was soll ich sagen? Ich habe dieses Buch leider in einem Hotelzimmer vergessen, nachdem ich 150 Seiten gelesen hatte. Das ist ärgerlich, weil es sich spannend las und die Erwartung weckte, noch spannender zu werden.

Ein erfolgreicher Autor von Romanen über Engel ist nach einer gescheiterten Beziehung aus dem Tritt geraten. Der lange angekündigte dritte Teil seiner Trilogie, den er schreiben muss, um den wirtschaftlichen Bankrott zu vermeiden, will ihm einfach nicht von der Hand gehen. Da tritt auf einmal eine Nebenfigur aus seinen Romanen in sein Leben: Sie steht einfach splitternackt auf seiner Terrassse.

Als ihn seine Freunde dann zu einer Therapie bringen (sie glauben ihm die Geschichte mit der leibhaftigen Romanfigur nicht), hört der Roman schlagartig auf. Zumindest für mich. Vielleicht habe ich irgendwann die Gelegenheit, ihn fertig zu lesen. Lohnt sich bestimmt.

Donnerstag, 21. September 2017

Charles Foster: Der Geschmack von Laub und Erde

Klar, so etwas macht nur ein Engländer. Charles Foster, Tierarzt, Anwalt, Ethikprofessor, Schriftsteller und Reisender, beschreibt in diesem Buch minutiös, wie er mit seinem achtjährigen Sohn Tage und Nächte in einem Erdhügel verbrachte, wie er auf Regenwürmern herumkaute, sich nackt in einem Hinterhof zusammenrollte wie ein Fuchs und im Fluss nach lebendigen Fischen schnappte. Um Tieren so nahe zu kommen wie noch keiner zuvor, versuchte Foster genauso zu leben wie Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler.

Das Ganze dann höchst unterhaltsam zu erzählen und bei allem philosophischen Tiefgang selbstironisch zu sein - genau dann die Luft rauszulassen, wenn es zu pathetisch wird -, das kann ebenfalls nur ein Engländer. Wie fühlen Tiere, können wir überhaupt etwas über sie herausfinden? Leben wir in der selben Welt wie die Tiere? Was wissen wir überhaupt über uns Menschen? Können wir mit Tieren kommunizieren, können wir mit Menschen kommunizieren? Können wir etwas anderes sein als ein Mensch? Was unterscheidet uns von den Tieren? Gibt es etwas, das jeden von uns besonders macht?

Es macht eine Menge Spaß, über diese existenziellen Fragen nachzudenken, während man über Fosters groß angelegte "Tier-Versuche" liest. Der Ekel und das Belächeln weichen der Bewunderung - vor allem auch für Fosters fabelhafte Art, zu schreiben.

Mittwoch, 30. August 2017

Werner Bergengruen: E.T.A. Hoffmann

"...ich habe jetzt wirklich Wichtigeres zu lesen, als mich mit der doch etwas verstaubten Prosa Bergengruens noch einmal zu beschäftigen", schrieb Marcel Reich-Ranicki 2006 unnachahmlich in der FAZ. Verstaubt ist sie wirklich, die Sprache Bergengruens, andererseits ist eine Schriftsteller-Biographie, von einem anderen Schriftsteller verfasst, immer etwas Lesenswertes - weil sie den Blick auf gleich zwei Literaten erlaubt. Hinzu kommt mein besonderes Interesse an E.T.A. Hoffmann, das mich eigentlich alles lesen lässt, was vom oder über den großen Romantiker geschrieben wurde.

1939 hat der Balte Werner Bergengruen den 116 Jahre vor ihm in Königsberg geborenen Hoffmann porträtiert. Tatsächlich mutet seine Sprache verstaubt und behäbig an, aber auch schon wieder so sehr aus der Zeit gefallen, dass es den Leser in eine angenehm ferne, exotische Welt versetzt. "Der Oweh-Onkel war nicht ohne eine gewisse leblose Gutmütigkeit, vor allem aber ein beschränkter und hypochondrischer Pedant, dessen Lebenslauf sich nach dem Uhrenschlage richtete, und in die Mechanik dieses Ablaufs spannte er in wohlmeinender Unbarmherzigkeit auch den Neffen ein." So beschreibt Bergengruen Hoffmanns Onkel Otto.

Das Büchlein beleuchtet auf knapp 100 Seiten kurz und bündig die Lebensstationen Hoffmanns, als Student in Königsberg, Beamter in Polen, Kapellmeister in Bamberg, Musikdirektor in Leipzig und Dresden, schließlich Kammergerichtsrat in Berlin, die lebenslange Freundschaft zum biederen Theodor Hippel, die verrückte Liebe zu seiner 20 Jahre jüngeren Gesangsschülerin Julia Marc in Bamberg und die wahnsinnigen Nächte mit Ludwig Devrient im Weinhaus Lutter und Wegner.

Bergengruens Kunstgriff ist, dass er Hoffmann anhand von dessen Roman- und Novellenfiguren charakterisiert. Das ist sicher nicht ganz redlich, aber im Sinne einer literarischen Biografie durchaus unterhaltsam und anregend.

Bergengruen hält sich mit seinem eigenen Urteil über den von ihm verehrten Hoffmann und seine Literatur nicht zurück. Das ist, besonders, wo er ihn kritisiert, wert, zitiert zu werden, weil es Einblick auch auch in Bergengruens Denkwelt gibt:

"Gepackt von einem Einfall, beginnt er zu schreiben, ohne sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll. Daher das Ungleichmäßige, das Nichtdurchkomponierte, das Fragmentarische gerade seiner herrlichsten Schöpfungen, daher die Schwäche der zweiten Teile, in denen ein meisterhaft geschürzter Knoten oft eine unfreudige und trockne Auflösung erfährt. (...) Von seinen Visionen gejagt, schreibt er schnell und flüchtig. (...) Oft unterlaufen ihm Ungeschicklichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten; hiermit ist nicht das Außergewöhnliche, Übernatürliche, Spukige gemeint - denn dies ist bei Hoffmann immer wahrscheinlich! -, aber das Erzählerisch Unglaubwürdige oder das unzureichend Motivierte."