Seitdem habe ich viele, viele Bücher zum Thema studiert, muss aber sagen, das ist eines der besten, ähnlich geistreich wie El Infinito en un junco, aber um einiges kurzweiliger. Hat sich also auch beim zweiten Lesen gelohnt.
26 Kapitel erzählen von historischen Persönlichkeiten, die eine meist kauzige, manchmal krankhafte Beziehung zu Büchern unterhielten.
Letzteres trifft beispielsweise auf den katalanischen Mönch und Mörder Don Vincente zu, dessen Fall Flaubert zu seiner Erzählung Bibliomanie inspirierte.
Pechmann schildert Bibliophilie, Bibliophagie und Bibliomanie in verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden. Antonio Magliabechi, der versierte Bibliothekar - eine "wandelnde Bibliographie". Charles Chadenat, der eigenbrötlerische Pariser Antiquar, der nur äußerst widerwillig ein Buch verkaufte. William Blake, der sich seine eigene, furchterregend-surrealistische Bibliothek zusammenschrieb, -zeichnete und -druckte.
Porträtiert sind Schnorrer und Möchtegern-Intellektuelle, die sich als verheißungsvolle Schriftsteller gerieren und die Mitwelt zum Narren halten (wie Pechmann erinnert, perfekt im Foma Fomitsch in Dostojewskis Das Gut Stepantschikowo und seine Bewohner karikiert): so wie Frederick Rolfe alias Baron Corvo und der Wiener Peter Altenberg.
Die Faszination, die von der Jagd nach Büchern ausgeht, klingt schon im anfänglichen Kapitel um einen persischen Gelehrten an, der sein Leben lang nach einem verschollenen Buch fahndet, nur um, als er es endlich hat, festzustellen, dass es voller Unsinn steckt. Aber das sollte uns nicht allzu sehr ärgern, denn, O-Ton Pechmann:
„Denn wenn das Suchen wichtiger ist, dass das Finden, der Schlüssel wichtiger als der Schatz und der Weg wichtiger als das Ziel, dann hätten wir alles, was wir brauchen, um glücklich zu sein."










